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 Fakten zur Bedrohung der Haie: Knorpel

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Knorpel und Knorpelpräparate   Knorpel und Knorpelpräparate   Knorpel und Knorpelpräparate
Knorpel und Knorpelpräparate

«Sharks don't get cancer» oder in der deutschen Ausgabe «Warum Haie gegen Krebs immun sind» lautete der Titel eines pseudowissenschaftlichen Buches von Dr. William I. Lane, das Anfang der 90er Jahre den «Run» auf Haiknorpel ins Rollen brachte. Es basierte auf einer Untersuchung von Forschern des Massachusetts Institute of Technology (MIT) von 1983, die feststellten, dass Knorpel von Kälbern und Haien die Blutversorgung und somit - indirekt - das Wachstum von Tumoren beeinträchtigte. Das Buch pries unter Zitierung fragwürdiger Studien Haiknorpel als All«Hai»lmittel gegen Krebs.

Ein schlauer Schachzug von Lane, denn der geschäftstüchtige Agro-Biochemiker William Lane war seines Zeichens Präsident der amerikanischen Fischmehl-Handelsvereinigung und untersuchte im Auftrag der damaligen Reagan-Administration Investitionsmöglichkeiten in die Fischindustrie von Guinea. Ein wirksames Krebsmittel versprach ein Milliardengeschäft, unter anderem auch für Lane, der selbst Inhaber einer der grössten Firmen für Haiprodukte war.

Lanes Firma wurde im Juni 2000 zu 1 Million US Dollar Strafe wegen unlauterem Wettbewerb verurteilt.


Weitere Fakten
  1. Haie bekommen Krebs! Bis heute wurden im wissenschaftlichen "Tumor Register von niederen Tieren" der George Washington Universität und in einer im Dezember 2004 in Cancer Research erschienenen Publikation von G. K. Ostrander (John Hopkins Universität) 42 Krebsarten bei Haien und verwandten Arten registriert. Unter anderen auch Chondromas, also Knorpelkrebsarten.
    Dr. G. K. Ostrander befürchtet, dass die stark unter Druck stehenden weltweiten Hai-Bestände durch Falschmeldungen der Art "Haiknorpel gegen Krebs" noch stärker gefährdet werden.

  2. Hai-Knorpel wird auch als Nahrungsmittel-Zusatz verkauft. Es konnte bis heute noch kein Nachweis erbracht werden, dass Hai-Knorpel irgendeine bessere Wirkung als pulversisierte Schweinsohren hat. Nur, Schweine sind nicht bedroht.

  3. Haie werden, zusammen mit Knochenfischen zu Fischmehl verarbeitet, das dann in Tierfutter, Dünger und ähnlichen Produkten endet. Eine sinnlose Verschwendung von oekologisch sehr wertvollen Tieren.

  4. Noch nicht genauer bekannte aktive Stoffe in Knorpel (unter anderem auch in Haiknorpel) haben IM REAGENZGLAS eine wachstumshemmende Wirkung auf gewisse Tumore.

  5. Es ist bis heute keine seriöse wissenschaftliche Studie bekannt, in der eine Haiknorpelkur nachweislich eine Wirkung auf menschlichen Krebs zeigte. Haiknorpelpräparate werden in der Regel oral oder als Einlauf verabreicht. Es ist möglich, dass die krebshemmenden Bestandteile, die zwar bei direkter Applikation in unmittelbarer Nähe des Tumors Wirkung zeigen, oral verabreicht im Magen verdaut oder durch die Magensäure zerstört werden.

  6. Eine potentiell krebshemmende Wirkung ist nicht auf Haiknorpel beschränkt. Wie unter anderem in den Versuchen am MIT (1983) gezeigt werden konnte, zeigt auch Kälberknorpel eine ähnliche Wirkung.

  7. Am 30. Juni 2000 kam es nun zur ersten nennenswerten Verurteilung eines Haiknorpelpräprate-Produzenten. Die amerikanische Handelskommission FTC (Federal Trade Commission) forderte Lane Labs-USA Inc. und «Cartilage Consultants» zur sofortigen Einstellung der Vermarktung von Hai-Knorpel als Heilmittel gegen Krebs auf. Andrew Lane, dem Präsidenten von Lane Labs und seinem Vater, dem bereits bekannten Dr. William I. Lane und Eigentümer von Cartilage Consultants wurde vorgeworfen, unter Vorspiegelung falscher Tatsachen gemeinsame Sache bei der Vermarktung des Haiknorpelpräparates «BeneFin» und der Sonnencreme «SkinAnswer» gemacht zu haben.
    Lane Labs wurde zusätzlich zu 1 Million US Dollar Strafe wegen unlauterer Werbung verklagt und zahlte.


Quelle:
Cancer Research, December 1, 2004.

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