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 Häufig gestellte Fragen

Unten finden Sie eine Sammlung von häufig gestellten Fragen und Antworten. Die Fragen wurden von der Vertretern der Stiftung beantwortet und wiederspiegeln entsprechend die Meinung der Hai-Stiftung.

 Fragen
  Allgemein
   
  • Haie haben den Ruf als "Fressmaschinen" sicher zum Teil auch dadurch, dass ab und zu seltsame Gegenstände wie Nummernschilder in ihren Mägen gefunden werden. Warum schlucken sie solche Gegenstände?
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  • Gibt es heute ein wirksames Abschreckungsmittel gegen Haie, etwa bei Schiffsunglücken?
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  • Warum fürchten sich so viele Menschen weniger vor Löwen oder Tigern als vor Haien?
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  • Wie werde ich Hai-Forscher?
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  • Gibt es wirklich Haie, die Warmblüter sind?
  •    
  • Warum sind Haie keine Fische?
  •   Hai-Fütterungen
       
  • Wie stehen Sie bzw. die Hai-Stiftung zur Frage der Hai-Fütterungen?
  •   Hai-Stiftung
       
  • Wofür setzt sich die Hai-Stiftung eigentlich ein?
  •    
  • Was für Projekte unterstützt oder führt die Hai-Stiftung durch?
  •   Photos
       
  • Hai-Photos
  •   Schutz
       
  • Jährlich werden nach Daten der Food and Agricultural Organisation (FAO) und Traffic über 100 Millionen Haie (über 800'000 Tonnen) getötet. Welche Arten sind besonders gefährdet?
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  • Was kann ich tun?
  •   Unfälle
       
  • Die Zahl der Hai-Angriffe scheint, zumindest den vielen Medienberichten nach zu urteilen, anzusteigen. Trifft dies zu und wieviele sind es?
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  • Warum steigt die Zahl der Hai-Angriffe?
  •    
  • Wie schwer sind Hai-Unfälle in der Regel?
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  • Fressen Haie Menschen?
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  • Welche Haiarten sind wirklich gefährlich?


  • AllgemeinTop
    Haie haben den Ruf als "Fressmaschinen" sicher zum Teil auch dadurch, dass ab und zu seltsame Gegenstände wie Nummernschilder in ihren Mägen gefunden werden. Warum schlucken sie solche Gegenstände?
    Diesen Ruf haben die Haie fast ausschliesslich den Tigerhaien zu verdanken. Tigerhaie sind regelrechte Allesfresser unter den Haien und haben das breiteste Nahrungsspektrum. Metallische Gegenstände ändern das elektrische Feld in ihrer Umgebung (galvanische Ströme). Da Haie elektrische Sensoren (die Lorenzinischen Ampullen) zum Auffinden ihrer Beute einsetzen, verwechseln die Tigerhaie eventuell die metallischen Gegenstände mit Beute. Möglicherweise gibt es jedoch auch ganz andere Gründe dafür. Prinzipiell ist zu sagen, dass wenn man in einem Haimagen mal ein Nummernschild gefunden hat, dies nicht typisch für alle Haie ist. Kinder verschlucken auch ab und zu eher seltsame Gegenstände, das heisst aber noch lange nicht, dass sich die Menschheit z.B. von Nägeln oder Plastikspielzeug ernährt.
    Gibt es heute ein wirksames Abschreckungsmittel gegen Haie, etwa bei Schiffsunglücken?
    Ein momentan guter Schutz ist der "Shark POD" (Protective Ocean Device), eine südafrikanische Entwicklung. Sie wird von Tauchern eingesetzt und schützt sie durch ein schwaches elektrisches Feld, das die hochempfindlichen Lorenzinischen Ampullen der Haie derart mit Reizen überflutet, dass sie sich dem Taucher nicht nähern. Aus Kostengründen kann man die PODs jedoch nicht als Massenschutz (Schiffsunglück) einsetzen. Für grössere Menschenmassen gibt es noch keinen wirksamen Schutz.
    Warum fürchten sich so viele Menschen weniger vor Löwen oder Tigern als vor Haien?
    Meine persönlich Meinung:
    Löwen und Tiger sind Säugetiere, leben an Land, sind warm und haben ein Fell, das macht sie uns sympathischer als Haie - näheren Verwandten kann man einen Ausrutscher eher nachsehen. Die Angst vor Schlangen kommt der vor Haien etwas näher. Haie sind in unseren Augen, ähnlich wie die Fische, kalt und entsprechend "primitiv", "dumm" und "unbarmherzig".
    Diese Vorurteile sind leider nicht richtig. Es gibt z.B. warmblütige Haie (nur am Rand), Haie sind aber vor allem nicht primitiv, sondern sie haben sich seit über 400 Millionen Jahren optimal an ihre Umgebung angepasst. Sie sind auch nicht dumm, denn sie zeigen soziales Verhalten, können lernen und im Vergleich des Verhältnisses Körpergewicht/Hirngewicht haben Sie ein mit Säugetieren und Vögeln vergleichbares Gehirn!
    Der Mensch hat seinen Ursprung in den Savannen. Vor Landräubern wie Löwen und Tigern ist er schon seine ganze Existenz lang geflüchtet. An Land hat er lange und erfolgreich überlebt und traut sich auch eine Flucht vor einem Löwen oder Tiger zu. Es gab ja immer einen Baum in der Nähe, auf den er klettern konnte, oder er konnte sich verstecken. Es gibt jedoch keine Bäume im Meer und wir können uns nur mit einem Atemgerät für eine gewisse Zeit unter Wasser verstecken. Im Wasser können wir auch schlecht flüchten denn uns ist bewusst, dass wir um einiges langsamer sind als ein Hai, viel langsamer als im Vergleich zu einem Löwen. Die Sicht ist unter Wasser in der Regel viel schlechter als an Land und an der Wasseroberfläche erkennen wir fast gar nicht, was unter uns so vor sich geht.
    Alles in allem sehr schlechte Karten für den Menschen, wenn er einem Hai begegnet und genau das, was unsere Urinstinkte versuchen, uns vermeiden zu lassen. Es ist uns, vor allem im Unterbewusstsein, klar, dass wir in einer uns fremden und für unsere biologischen Fluchtstrategien gar nicht optimalen Umgebung einem viel schnelleren, stärkeren und an diese Umgebung optimal angepassten Jäger gegenüberstehen, den wir zudem fast nicht sehen können. Unsere Instinkte signalisieren Unwohlsein, unser Verstand meldet Angst und wir verbinden beides, unterbewusst und bewusst, mit den Haien. Angst schürt wiederum Hass, denn Menschen hassen häufig das, was sie fürchten.
    Wie werde ich Hai-Forscher?
    Diese Frage wird uns häufig gestellt. Die Antwort ist nicht ganz einfach, denn es gibt in diesem Sinn keine "Hai-Forscher". Es gibt Forscher, die sich mit Haien beschäftigen.
    Nehmen wir als Beispiel Hai-Wanderungen: Ein Physiologe könnte untersuchen, wieviel Energie auf der Wanderung verbraucht wird. Ein Verhaltensforscher könnte untersuchen, ob Haie in Gruppen und zu bestimmten Zeiten und zu welchem Zweck wandern. Ein Ökologe oder Evolutionsbiologe würde sich die genetischen Muster der Populationen am Start- und Zielpunkt der Wanderung ansehen, um herauszufinden, seit wann und wie intensiv ein Austausch von Genen stattfindet. Ein Physiker könnte sich die Eigenschaften der Haihaut ansehen und zusammen mit dem Physiologen feststellen, dass die Placoidschuppen der Hai ein sehr energiearmes, effizientes Schwimmen erlauben. Ein Ozeanograph würde eventuell Strömungen und Unterwasser-Landmarken untersuchen, an denen sich die Haie orientieren und ein Neurophysiologe die elektrische Wahrnehmung der Haie und ob sie sich am Erdmagnetfeld orientieren.
    Prinzipiell könnten sich also sehr viele Forschungsbereiche mit Haien beschäftigen. Ein abgeschlossenes Biologiestudium und viel Erfahrung mit der wissenschaftlicher Arbeit und Haien ist sicher eine gute Vorraussetzung, um eventuell einmal als Hai-Forscher betrachtet zu werden.
    Gibt es wirklich Haie, die Warmblüter sind?
    Ja. Arten der Familie der Lamniden können ihre Körpertemperatur über der des sie umgebenden Meerwassers halten. Dies geschieht mittels eines feinen Adernetzes (Wundernetz oder Rete mirabilis), das wie ein Wärmetauscher funktioniert. Aus dem Körper kommendes, warmes Blut, wärmt, bevor es zu den Kiemen kommt, das kalte, von den Kiemen kommende Blut auf. So geht die im Körper erzeugte Wärme nicht verloren. Weisse Haie (Carcharodon carcharias) haben einen sehr effizienten solchen Wärmetauscher. Ihre erhöhte Körpertemperatur ermöglicht es ihnen, auch im kalten Wasser warmblütige Säugetiere wie Robben zu jagen.
    Solche Wärmetauscher kommen nicht nur bei einigen Haien vor. Thunfische erreichen ihre grossen Schwimmleistungen ebenfalls durch eine gegenüber dem Wasser erhöhte Körpertemperatur.
    Warum sind Haie keine Fische?
    Es gibt viele Tiere, die im Wasser leben und dennoch nicht zu den Knochenfischen wie Lachse, Forellen oder Dorsche zählen. Da alle diese Tiere im Wasser leben, haben sie sich an ihr Umfeld ähnlich angepasst. Delfine und Wale zum Beispiel sind Säugetiere, sehen den Knochenfischen jedoch recht ähnlich.
    Auch die Haie sehen Knochenfischen ähnlich, die Entwicklungslinie der Haie hat sich jedoch schon vor hunderten von Millionen Jahren (ca. 400 Mio.) von der der Knochenfische zum Beispiel 5-7 Kiemenspalten. Ihr Darmtrakt, der sogenannte Spiraldarm, unterscheidet sich ebenfalls stark von dem den Knochenfische und Haie haben Spezialitäten wie die Lorenzinischen Ampullen (Elektrosensoren) und die Hautzähne. Ein wichtiger Unterschied gab der ganzen Klasse ihren Namen. Das Skelett der Haie, Rochen und Chimären besteht aus Knorpel, darum werden sie auch, im Gegensatz zu den Knochenfischen, Knorpelfische genannt.
    Hai-FütterungenTop
    Wie stehen Sie bzw. die Hai-Stiftung zur Frage der Hai-Fütterungen?
    Bis anhin konnte kein Zusammenhang zwischen Fütterungsaktivitäten und Haiunfällen nachgewiesen werden. Die Umweltschutzgruppen argumentieren da eher aus einem Gefühl heraus.
    Meines Erachtens gibt es zwei Möglichkeiten, dieses Thema zu betrachten:
    Biologisch
    Haie sind wilde Tiere und sollten entsprechend auch als solche behandelt werden. Stock oder Handfütterungen sind sicherlich Fütterungsarten, die, wenn sie unprofessionell durchgeführt werden, gefährlich für die Zuschauer sind. Da die Haie nur selektiv gefüttert werden können, kann das zu Reibereien unter den Haien um die Nahrung und schlussendlich zu Verletzung der Zuschauer führen.
    Möglicherweise wird mit der Zeit auch das Interesse der Haie an Menschen erweckt und sie verbinden Menschen mit Nahrung. Das wäre nicht der erste solche Fall. Konditionierung von Wildtieren hat immer negative Auswirkungen auf den Menschen und das Tier. Ein gutes Beispiel sind die Bisse von angefütterten Stadtfüchsen in Zürich.
    Es gibt eine Fütterungsart, die eine natürliche Situation nachvollzieht, das sogenannte Chumsicle. Ein Chumsicle ist ein gefrorener Block aus Fischen, der sich im Meerwasser langsam auflöst. Es entspricht somit einem grossen, toten Fisch, der im Wasser treibt, einer im Meer ganz normalen Situation also. Am Chumsicle können sich die Haie frei und entsprechend ihrer natürlichen Rangordnung Nahrung holen. Die Beobachter sind in der Regel 10-20 m vom Chumsicle entfernt und werden somit nicht in Zusammenhang mit Futter gebracht. Doch auch hier besteht ein gewisses Risiko, dass es Rangeleien um abdriftende Fischteile gibt und Zuschauer verletzt werden.
    Meiner persönlichen Meinung nach ist ein zufälliges Zusammentreffen mit einem Hai unter Wasser jedoch wesentlich reizvoller als ein Hai-Rodeo, wie es bei den kommerziellen Hai-Tauchgängen angeboten wird. So ein zufälliges Treffen lässt sich jedoch nicht immer arrangieren und somit schlecht verkaufen.

    Hai-Schutz und Öffentlichkeitsarbeit
    Das Fleisch eines Hais durchschnittlicher Grösse bringt heute auf dem Markt rund 30-40 Franken, seine Flossen nochmals, je nach Art zwischen 300 und 500 Franken. Dies steht in keinem Verhältnis zu seinem "Tourismus-Marktwert". Dieser wird zum Beispiel auf den Bahamas auf rund 27'000 Franken pro Hai geschätzt, und das nicht einmalig, sondern jährlich. Entsprechend werden in den Bahamas Haie nicht mehr wahllos zu hunderttausenden geschlachtet, sondern die Regierung versucht eine nachhaltige Bewirtschaftung ihrer Tourismus-Attraktionen durchzusetzen. Ähnliche Überlegungen sollen auch die stark bedrohten Walhaibestände in Taiwan und anderen asiatischen Ländern schützen helfen, wo immer mehr Walhai-Watching Trips angeboten werden. Taucher, die schon einmal mit Haien getaucht sind, sind gute Botschafter für die "Rettung der Haie". So werden sich die Regierungen eines Tages - hoffentlich - durch öffentlichen Druck und aus kommerziellem Interesse gezwungen sehen, ihre Hai-Bestände nachhaltig zu bewirtschaften und zu erhalten, anstatt sie den kommerziellen Fischern zur skrupellosen Ausbeutung zu überlassen.

    Somit sind Hai-Fütterungen zwar biologisch sicher nicht zu rechtfertigen, sie stellen jedoch einen Kompromis zwischen Biologie und dem Erhalt der bedrohten Hai-Bestände dar. Würde man Fütterungen zum Schutz der Haie verbieten, gäbe es womöglich bald nichts mehr zu schützen. Also, lieber ein gut gefütterter als ein toter Hai.
    Hai-StiftungTop
    Wofür setzt sich die Hai-Stiftung eigentlich ein?
    Die Hai-Stiftung setzt sich für eine nachhaltige Nutzung der existierenden Hai-Bestände und den Schutz bedrohter Haiarten ein. Wir sind nicht prinzipiell gegen den Fang von Haien. Das wäre unrealistisch, denn Haifleisch gehört in einigen Regionen zu den Grundnahrungsmitteln. Dort, wo die Bestände stark überfischt sind, sollen Schutzzonen eingerichtet und Fangbeschränkungen erlassen werden.
    Was für Projekte unterstützt oder führt die Hai-Stiftung durch?
    Der Gedanke hinter allen Projekten ist:
    a) Sie müssen Informationen liefern, die dem Schutz der Haie dienen. So sollen zum Beispiel Kinderstuben von Haien gefunden, geschützt und negative Einflüsse untersucht werden. Andere Projekte untersuchen die Wanderwege von Haien. Was nützt es, Haie im Land A zu schützen, wenn sie auf ihren Wanderungen im Land B oder C getötet werden. Hier sind prinzipielle ökologische Zusammenhänge wichtig.
    b) Sie sollen direkt dem Hai-Schutz dienen. Wir unterstützen Projekte, die die Überwachung von Fangestimmungen ermöglichen und auf Fiji eine neu gegründete Hai-Schutz Zone.
    c) Informationsprojekte wie die Ausstellung "Haie - gejagte Jäger" sollen die Öffentlichkeit auf die Bedrohung der Haie aufmerksam machen und durch wissenschaftlich fundierte Informationen das schlechte Image der Haie verbessern.
    PhotosTop
    Hai-Photos
    Die Stiftung wird häufig nach Photos von Haien angefragt. Die Stiftung besitzt leider nur sehr wenig Hai-Bilder selbst. Die meisten Photos wurden uns von Profi-Photographen zur Verfügung gestellt oder wir haben sie gekauft. Die Photos dürfen wir nur im direkten Zusammenhang mit unseren Web-Seiten, der Stiftungsarbeit oder unserem Hai-Patenschaftsprogramm verwenden.
    Falls Sie Hai-Photos suchen, wenden Sie sich bitte direkt an unsere Partner Photo-Agenturen
    SchutzTop
    Jährlich werden nach Daten der Food and Agricultural Organisation (FAO) und Traffic über 100 Millionen Haie (über 800'000 Tonnen) getötet. Welche Arten sind besonders gefährdet?
    Von der Hochseefischerei werden (hauptsächlich im Beifang) Hochseehaie wie Blauhaie, Weisspitzen Hochseehaie oder Seidenhaie massiv dezimiert.
    In Asien werden Walhaie wegen ihres Fleisches und ihrer Flossen extrem brutal gefangen und getötet. Sie sind in dieser Region höchst gefährdet und auf der CITES Liste der stark bedrohten Arten.

    Im europäischen und US Gewässern wurde der Dornhai (Lieferant von Schillerlocken, Fish & Chips) fast völlig ausgerottet, die Bestände in den USA sind momentan, nach jahrelangen Kämpfen gegen die Lobby der Fischereiindustrie, geschützt.
    Die Norweger haben die Heringshaie (Kalbsfisch) in ihren Gewässern und dem nordwestlichen Atlantik fast vollständig ausgerottet.
    Der Suppenflossen-Hundshai wurde in Kalifornien fast ausgerottet. Weisse Haie sind vom Aussterben bedroht. Sie werden nicht wegen ihres Fleisches gefischt sondern für das Ego oder aus Angst. Ihre Kiefer haben in der Zwischenzeit einen Marktwert von oft über 15'000 CHF.
    Was kann ich tun?
    > Hier finden Sie eine Liste, was Sie für den Haischutz unternehmen können.
    UnfälleTop
    Die Zahl der Hai-Angriffe scheint, zumindest den vielen Medienberichten nach zu urteilen, anzusteigen. Trifft dies zu und wieviele sind es?
    Die Häufigkeit der Hai-Unfälle steigt seit Anfang dieses Jahrhunderts langsam an. Jährlich werden vom ISAF (International Shark Attack File) weltweit 50-100 Haiunfälle bei nicht professionellen Wasseraktivitäten registriert. Von diesen Unfällen enden in der Regel NUR 5-15 tödlich. Verglichen mit den jährlich ca. 15 Milliarden Bade-, Schwimm und Surfereignissen ist das extrem wenig. Die Dunkelziffer liegt allerdings höher, denn die Länder der Dritten Welt informieren aus Imagegründen nur selten über Haiunfälle. Auf der anderen Seite werden vom ISAF auch harmloseste Kratzer als Haiattacken verbucht, obwohl dies eigentlich nur "Haiberührungen" wären. 2001 ist bis jetzt ein Jahr mit einer - statistisch gesehen - im Rahmen liegenden Unfallhäufigkeit.
    Warum steigt die Zahl der Hai-Angriffe?
    Die sehr langsam steigende Zahl der Unfälle hat mit Wahrscheinlichkeiten zu tun. Da immer mehr Menschen am Meer Ferien machen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass einer der Menschen einem Hai begegnet und entsprechend die Gefahr eines Unfalles. Gegenläufig zur zunehmenden Zahl von Wasseraktivitäten wirkt sich jedoch die schnell abnehmende Zahl der Haie, die Menschen überhaupt gefährlich werden können, auf die Unfallwahrscheinlichkeit aus. Hundert Hai-Unfälle auf jährlich 15 Milliarden Wasseraktivitäten sind wirklich sehr wenig.
    Ein weiterer Punkt ist die immer stärkere internationale Vernetzung der Medien. Wenn ein Surfer in Australien oder in Florida von einem Hai gebissen wurde, schafft es diese Meldung in die Medien. Wird häufiger über Unfälle berichtet, haben wir das subjektive Gefühl, dass deren Zahl steigt.
    Wie schwer sind Hai-Unfälle in der Regel?
    Wenn wir von einem Hai-Unfall hören, erscheinen vor unserem geistigen Auge oft Bilder wie in dem Film "Der Weisse Hai". Viele der Hai-Unfälle, über die aus Gründen der Aktualität sehr oberflächlich in den Medien berichtet wird, sind relativ harmlose Bissverletzungen. Wirklich schwere Unfälle sind selten. Ein Junge, dessen Kopf von einem Hai abgebissen wurde, ist, wie sich später bei einer genaueren Untersuchung des GSAF (Global Shark Attack File) herausstellte, nicht von dem Hai getötet worden sondern war bereits vorher ertrunken. Dieser Befund kam jedoch NICHT in den Medien. Auch bei der Serie von Unfällen in Florida, die 2001 durch die Medien ging, gab es fast keine Todesfälle. Viele der Unfälle waren Zusammenstösse mit Schwarzspitzenhaien. Diese Haie werden durchschnittlich 1.50 m gross und sind damit zu klein, um Menschen wirklich gefährlich werden zu können.
    Fressen Haie Menschen?
    Haie fressen in der Regel keine Menschen, denn Menschen passen nicht ins Nahrungsspektrum der Haie. Bei vielen der untersuchten Bisswunden kann fast kein Gewebeverlust festgestellt werden. Die Haie beissen zu, lassen dann aber sofort wieder ab, denn Menschen schmecken ihnen nicht. Bei grossen Haien wie Weissen Haien, Tigerhaien oder Bullenhaien kann so ein Testbiss jedoch durch Schock und Blutverlust schnell fatale Folgen haben. Dass es so wenig Todesfälle gibt, zeigt, wie selten Unfälle mit Grosshaien und Menschen passieren.
    Welche Haiarten sind wirklich gefährlich?
    80% aller Haiarten werden nicht einmal so gross wie ein Mensch. Sie sind somit allein von ihrer Grösse her harmlos. Die am häufigsten in Unfälle verwickelten Haiarten sind: Weisser Hai (Carcharodon carcharias), Bullenhai (Carcharhinus leucas), Schwarzspitzenhai (Carcharhinus limbatus) (verursachen nur kleinere Verletzungen), Tigerhai (Galeocerdo cuvier), Sandtigerhaie (Carcharias taurus), Hammerhaie (Sphyrna spp.). Die Unfälle mit Weissen Haien sind wahrscheinlich jedoch überbewertet, denn grosse Bullenhaie haben das gleiche Bissmuster wie ein mittelgrosser Weisser Hai, so dass es wahrscheinlich häufig zu Verwechselungen beim Bestimmen der Art kam.

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