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Jahresbericht der Hai-Stiftung für das Jahr 2015

Juni 2016
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Generell

Stiftung   Die Stiftung war 2015 aktiv an verschiedenen Haischutz-Aktionen beteiligt und erhielt wieder grosse und kleine Spenden von grossen und kleinen Hai-Freunden, die unsere Arbeit unterstützen wollen.
Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen Spendern und Gönnern ganz herzlich bedanken. Ohne Ihre Mithilfe wäre unsere Arbeit nicht möglich!


EEA Konferenz in Peniche, Portugal   Alexander Godknecht vertrat vom 9.-12-10.2015 die Hai-Stiftung als Repräsentantin der Schweiz an der 19. internationalen wissenschaftlichen Konferenz der Europäischen Elasmobranchier Gesellschaft (EEA) in Peniche (Portugal). Ein neues Kleinprojekt (siehe Jahresbericht) zum >  Verhalten von jungen Zitronenhaien wurde in Peniche besprochen und initiiert. Doc Gruber war ebenfalls an der EEA Konferenz und besuchte Alexander zusammen mit seiner Frau am 15/16.10.15.

 

US Shark Foundation   Die US Shark Foundation wurde auch 2015 als gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Miami, Florida, registriert. Gary Adkison ist als Direktor der US Stiftung eingetragen. 2015 war die US Shark Foundation selbsttragend und konnte mehrere, für den Hai-Schutz wichtige Erfolge verzeichnen.

Administrative Gesamtkosten bisher ca. CHF 58'000.


Projekte


Hai-Ausstellung

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  Am 21. Oktober 2015 wurde die Hai-Ausstellung im > Seemuseum Kreuzlingen (Bodensee) eröffnet. Sie wird bis zum 28. August 2016 dort zu sehen sein. Alexander Godknecht hat am 21.10.15 die Ausstellung am Seemuseum Kreuzlingen mit einem Vortrag eröffnet. Am 28.10.15 und 29.4.16 gab er Präsentationen an einer Weiterbildungsveranstaltung für Lehrer. Toni Bürgin war ebenfalls am Seemuseum zu einem Hai-Vortrag eingeladen.

Ausgaben/Investitionen bisher: ca. 250'000 CHF

 
2015 erfolgreich abgeschlossen:
Hai-Identifikation

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  Das überaus erfolgreiche Projekt "Hai-Identifikation" von Prof. Mahmood Shivjis Labor an der Nova Southeastern University, Daenia Beach, FL, wurde Ende 2015 nach 15 Jahren beendet. Mit der Unterstützung der Hai-Stiftung konnten während des Projektes 15 wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht werden.
High-Lights des Projektes waren:
  • Die Möglichkeit, anhand einfacher molekularbiologischer Methoden, über 20 teilweise stark bedrohte Haiarten identifizieren zu können.
  • Die Identifikation von Gewebe von Weissen Haien ermöglichte es, diese vom Aussterben bedrohten Haie auf die CITES Liste besonders gefährdeter Tiere aufzunehmen.
  • Mit Hilfe der Identifikationsmethoden von Prof. Shivji konnte an verschiedenen Haiflossen-Handelsplätzen, u.a. Hong Kong, eine fundierte Schätzung der Artenzusammensetzung und damit eine Schätzung der weltweit jährlich nur für ihre Flossen gefangenen Haie (ca. 73 Mio) zu erstellen.
  • Als Unterprojekt konnten von Prof. Shivjis Labor erstmalig multiple Vaterschaft und Jungfernzeugung bei Haien mit seinen molekularbiologischen Analysemethoden untersucht werden.
Die Hai-Stiftung hat das Projekt zwischen den Jahren 2000 bis 2015 mit insgesamt CHF 186'000 gefördert.


Neues Projekt 2015:
Globale Populationen Weissspitzen Hochseehaie

 
Weisspitzen Hochseehaie (Carcharhinus longimanus) werden stark befischt und sie sind global bedroht. Obwohl sie grosse Strecken zurücklegen können, muss angenommen werden, dass sie lokale Populationen bilden (Philopatrie) und es nur zu geringem genetischen Austausch zwischen den einzelnen Populatioinen kommt. Der genetische Austausch zwischen den getrennt lebenden Populationen und somit die Auffrischung des Genpools ist speziell für stark rückgängige Populationen ein wichtiger Faktor für deren Überleben.
In diesem Projekt von Prof. Mahmood Shivji vom Guy Harvey Research Institute, Daenia Beach, FL, sollen globale genetische Verbindungen zwischen Populationen von Weissspitzen Hochseehaien molekularbiologisch analysiert werden. Obwohl diese Haiart stark befischt ist, ist dies die erste Untersuchung dieser vom IUCN als regional gefährdet eingestuften Haiart.


Investitionen 2015: 12'000 CHF
Investitionen bisher: ca. 12'000 CHF

Neues Projekt 2015:
Migrationen Mako Haie

 
Wanderungen sind für viele Haiarten zentral für ihre Ernährung, die Fortpflanzung, Schutz vor Feinden und die Erschliessung neuer, günstiger Aufenthaltsorte. Sie sind somit essentiell für die evolutionäre Fitness und Erhaltung der Art. Das Verständnis von Wanderungen, ihre Muster und die umweltbedingten Treiber sind kritische Informationen, um die Populationsdynamik und das Verhalten von Haiarten besser verstehen zu können.
Kurzflossen Makos (Isurus oxyrinchus) gehören zu den weltweit stark bedrohten Haiarten (IUCN Assessment 2009). Im Jahr 2000 waren die Flossen von Mako Haien die zweithäufigsten Flossen, die auf den internationalen Haiflossen Märkten gehandelt wurden. Makos legen enorme Strecken auf ihren Wanderungen zurücklegen und die Gefahr, dass sie dabei die Regionen der Internationalen Fischereiflotten kreuzen, ist sehr hoch. Obwohl Makos eine wirtschaftlich stark ausgebäutete Haiart sind, ist nur wenig über ihre Wanderungen bakannt, speziell im stark befischten Atlantik.
Das Guy Harvey Research Institute (GHRI) finanziert eine Langzeitstudie, um die Wanderungen von Mako Haien zu analysieren. Hierbei kommen primär Satellitensender (SPOT und PSAT Tags) zum Einsatz. Seit Beginn dieser Studie wurde die wahrscheinlich weltweit grösste Datensammlung an Bewegungsinformationen über die Wanderungen von Makos zusammengestellt. Diese Daten sollen nun ausgewertet werden. Da die Interpretation von Satellitendaten hoch komplex ist, soll hierfür ein ausgewiesener Spezialist in diesem gebiet eingesetzt werden. Die Hai-Stiftung finanziert dieses Projekt und den Analyseteil der Satellitendaten.


Investitionen 2015: 18'000 CHF
Investitionen bisher: ca. 18'000 CHF

 
Kinderstuben

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  Das Projekt Hai-«Kinderstuben» in Rookery Bay, 10'000 Islands wird seit dem Jahr 2000 von Pat O'Donnell in Zusammenarbeit mit dem Mote Marine Lab betreut. Die Region wird von Haien als primäre Kinderstube (Neugeborene) und sekundäre Kinderstube (Junghaie ab 1 Jahr) benutzt. Die Untersuchungsregion umfasst die Fakahatchee, Faka Union und Pumpkin Bay.
Vergleichende Studien konnten zeigen, dass alle untersuchten Haiarten, bis auf Bullenahie, die Faka Union Bay in der feuchten Saison meiden. In dieser Saison fällt dort die Salinität auf unter 25 ppt (parts per thousand = Promille).

Der Süsswasser Abfluss aus den Sumpfgebieten der Region hat sich auch 2015, trotz den Anstrengungen des Staates Florida die Sümpfe wieder in ihr natürliches Gleichgewicht zu bringen, nicht signifikant geändert. Die Daten über die Junghaie, die vom Projektteam erhoben werden, könne also immer noch als Basislinien-Daten vor der Restaurierung des natürlichen Gleichgewichtes in den umgebenden Sumpfgebieten betrachtet werden.

2015 wurden 99 Haie gefangen. 87 davon wurden vermessen und markiert, 9 waren Wiederfänge. 3 Haie überlebten leider nicht. Seit dem Jahr 2000 wurden folgende Anzahlen von Junghaien gefangen, vermessen und markiert: 740 Bullenhaie, 527 Schaufelnasen Hammerhaie, 134 Zitronenhaie, 152 Schwarzspitzen Haie, 13 Ammenhaie, 2 Atlantische Scharfnasen Haie, 2 Bogenstirn Hammerhaie und 1 grosser Hammerhai.

Das Projekt arbeitet hauptsächlich mit begeisterten Freiwilligen, wodurch die Kosten stark reduziert werden können. Die Stiftung investiert jedoch weiterhin bei Bedarf in das Projekt.


Investitionen 2015: 0 CHF
Investitionen bisher: ca. 61'500 CHF



Riesenhaie

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  2015 wurden keine Untersuchungen durchgeführt und entsprechend keine Unterstützung beantragt. Der Projektleiter Colin Speedie hat vorgeschlagen, das Projekt vorläufig zu sistieren und die Analyse der bis dato erhobenen Daten zu forcieren. Zudem sollen die im Projekt auf See erhobenen Daten mit einer Satelliten Studie des Scottish Natural Heritage Bundes zu Marineschutzgebieten korreliert werden. Abhängig der möglichen Einrichtung der in Schottland geplanten Marineschutzgebiete sollen dann bis 2017 die weiteren Aktivitäten im Bereich Risenhai-Schutz geplant werden.

Unterstützung 2015: 0 CHF
Investitionen bisher: ca. 108'850 CHF



2015 erfolgreich abgeschlossen:
Bullenhai Wanderungen Fidschi

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  Das Projekt "Bullenhai Wanderungen Fidschi" von Dr. Jürg Brunnschweiler wurde Ende 2015 beendet. Die Hai-Stiftung hat dieses Projekt seit 2004 unterstützt. Während des Projektes konnten 7 wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht werden.
Das Projekt untersuchte die grossräumige und lokale Verbreitung von Bullenhaien in Fidschi, spezifisch der Region um das Shark Fin Reef (siehe auch Projekt Haischutz Zone Fidschi unten). Mit Hilfe von Satellitensendern (grossräumig) und akustischen Sendern (kleinräumig) konnten sehr interessante Daten über die Bewegungsmuster und das Verhalten der Bullenhaie in dieser Region gesammelt und analysiert werden.
In mehreren kleineren Projekten im Rahmen von Masterarbeiten wurden zwischen 2011 und 2014 die lokale Hai-Fischerei untersucht und mögliche Flüsse als Kinderstuben für Bullenhaie identifiziert. Das Projektteam konzentriert sich nun auf Regionen in Fidschi, die von den Bullenhaien als Kinderstuben genutzt werden. Im Rahmen einer Dissertation wird ab 2016 ein neues Projekt in Fidschi gestartet, das verschiedene Aspekte der Bullenhai Kindestuben systematisch untersuchen wird.


Investitionen total: ca. 63'800 CHF



Haischutz Zone Fidschi

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  Das Fidschi Haischutz Park Projekt ist heute selbsttragend. Die Stiftung wird, falls notwendig, dem Projekt finanziell zur Seite stehen. Ende 2013 hat Mike Neumann um die weitere Unterstützung des Projekts "Fiji Shark Count" gebeten, das ab 2012 eine Bestandsaufnahme aller Haie in der Region zum Ziel hat. Der Fiji Shark Count läuft und wurde 2013/14 von der Stiftung mitfinanziert.

2015 wertete Christine Ward-Paige von der Dalhousie University, Halifax, die während des Fidji Shark Count gesammelten Daten aus.


Investitionen 2015: 0 CHF
Investitionen bisher: ca. 41'800 CHF



2015: Projektfokus erweitert von Zitronenhaien Jupiter auf: 
Migration grosser Küstenhaie in Jupiter, FL, und Bahamas

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  Zitronenhaie Jupiter/Bimini
Jupiter: In der Untersuchungsperiode 2015 wurden die Daten aller fest installierten 11 akustischen Monitore ausgelesen und die Empfänger wieder am Meeresboden verankert. Zwischen Januar 2014 und Januar 2015 registrierten die Empfänger 11'439 Mal einen vorbeischwimmenden Zitronenhai. Ein männlicher Zitronenhai (Nr. 25608) verschwand aus der Region Florida und wurde im April 2015 mehrmals von den Empfängern in Bimini registriert. Möglicherweise wanderte er nach Bimini, um sich dort zu paaren. Zukünftige genetische Analysen der Zitronenhai-Populationen in Florida und Bimini werden diese Fragen beantworten.
Bimini: In der Untersuchungsperiode 2015 wurde 9'596 Mal ein vorbeischwimmender Zitronenhai registriert. Zitronenhaie paaren sich in der Region Bimini und die Weibchen kommen im folgenden Jahr zurück in die flachen und geschützten Gewässer um Bimini um ihre Jungen zu Welt zu bringen. Wir erwarten, dass mehr Daten Aufschluss darüber bringen werden, wo sich die Paarungsgebiete in Bimini befinden.

Grosse Hammerhaie Jupiter/Bimini
2014 begann das Team der Bimini Biolgical Field Station die ersten intensiven Untersuchungen der Grossen Hammerhaie (Sphyrna mokarran) um Bimini. Mit Hilfe von akustischer- und Satelliten-Telemetrie sowie genetischen Analysen sollten folgende Fragen beantwortet werden:
  • Warum und wie lange sind die Grossen Hammerhaie in Bimini?
  • In welchen Habitaten halten sie sich auf, gibt es bevorzugte Regionen (Hotspots)?
  • Wo kommen sie her und wohin gehen sie?
  • Wieviel Zeit verbringen sie im Haischutz Gebiet der Bahamas?
Bimini: Seit Januar 2014 wurden ingesamt 21 Grosse Hammerhaie mit Sendern markiert. Bis Juli 2015 wurden insgesamt fast 48'000 Mal vorbeischwimmende Haie registriert. Die Hammerhaie hielten sich zwischen 10 und 40 Tagen in der Region auf, was darauf hinweist, dass sie zumindest saisonal die Regionen um Bimini bevorzugen. Markierte Grosse Hammerhaie wurden sowohl um Bimini als auch an der US Küste von Florida registriert was darauf hindeutet, dass es sich hier um eine einzige Population handelt. Ein Hai wurde 3 Tage nachdem er in Bimini registriert wurde in Boca Raton (FL) registriert.
Jupiter: In der Region um Jupiter konnten bis 2015 26 Grosse Hammerhaie mit Standard NMFS (National Marine Fisheries Service) Tags und 8 mit akustischen Sendern markiert werden.


Unterstützung 2015: 27'200 CHF
Investitionen bisher: ca. 160'000 CHF



Engelhaie in Gran Canaria

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  Das Projekt untersucht die stark bedrohte Engelshai-Population in der Region Gran Canaria um die letzten Habitate und Kinderstuben auf den Kanarischen Inseln besser schützen zu können. Die molekularbiologische Verwandschaftsanalyse übernimmt dabei das Labor von Prof. Mahmood S. Shivji.
Erste, noch nicht gesicherte, Resultate deuten erwartungsgemäss darauf hin, dass die Engelshai Populationen um Gran Canaria stark isoliert sind und kaum genetischer Austausch mit anderen Populationen statt findet. Dies bedeutet, dass wenn die Bestände überfischt werden, kein Ersatz aus anderen Populationen kommen kann. Die Bestände sind entsprechend stark gefährdet.
2015 konnten auf Tenerifa, Lanzarote und Gran Canaria weitere Gewebeproben für die genetischen Analysen gesammelt und an das Labor von Mahmood Shivji zur Analyse verschickt werden. Zudem wurden die Bestände der Engelshaie in der Region weiterhin mit Hilfe von Photoidentifikationen überwacht.
Im September 2015 lieferte das Team Input zur Situation der Engelshaie in der Region der Kanarischen Inseln für einen Vorschlag der US amerikanischen National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA), 3 Engelshaiarten in die Liste der bedrohten Arten (Endangered Species Act of 1973) aufzunehmen.
2015 wurden zudem mit der Unterstützung der Hai-Stiftung zwei wissenschaftliche Publikationen (siehe > Publikationen) publiziert. Eine über die Sexualentwicklung der Engelshaie, die sehr wichtig für ihren Schutz ist. Eine zweite über einen Isopoden Parasiten, der auf Engelshaien gefunden wird. Eine weitere Publikation über den Parasiten ist in Vorbereitung.


Unterstützung 2015: 7'800 CHF
Investitionen bisher: ca. 41'900 CHF



Walhaie

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  Walhaie sind auf der roten Liste des IUCN und im CITES Anhang II. Neben der Arbeit in Mosambik für die Etablierung eines marinen Schutzgebiets für Walhaie studiert das Team um Simon Pierce unter Einbezug lokaler Wissenschaftler diverse ökologische, genetische und biochemische Aspekte der Walhai Populationen in Mafia Island (Tansania), dem Roten Meer, Persischen Golf, Philippinen und Mexiko (Yukatan).
Projekte an den verschiedenen Standorten:
  • Mafia Island: 2015 fanden in Mafia Island 53 Exkursionen mit Booten zu der dortigen Walhai Population statt. Dabei konnten bis heute130 Individuen der weltweit ca. 7'000 identifizierten Walhaie beobachtet und untersucht werden. Die einzelnen Haie waren alle juvenil mit Längen zwischen 2.5 und 9 Meter.

  • Mosambik: Die Walhai Population in der Inhambane Provinz nimmt ab. Seit 2005 sind die Sichtungen von Walhaien um bedenkliche mehr als 80% zurückgegangen. Diese bedenkliche Entwicklung ist auf die Überfischung der Region zurückzuführen. Lokale Fischer setzen immer häufiger lange Kiemen-Netze senkrecht zum Küstenverlauf um so genügend Fisch zu fangen und damit ihr Einkommen zu ischern. Diese Netze sind nicht nur für Wlahaie höchst gefählich, in ihnen verfangen sich und sterben auch andere gefärdete Arten wie Weisse Haie, Mantas, Meereschildkröten und Dugongs.
    Mosambik ist Mitglied von CITES und der Konvention zu wandernden Arten (Convention on Migratory Species) und sie ist sich dieser Problematik bewusst. Das Ministerium für Naturschutz und das Amt für Naturschutzgebiete haben das Team um Simon Pierce als Berater eingeladen, um im Rahmen dieser Partnerschaft den Schutz der Walhaie und anderer gefährdeter Arten durch eine entsprechende Gesetzgebung zu verbessern. In Zusammenarbeit mit dem Nationalen Fischerei-Forschungsinstitut (IIP) und der Bazaruto National Park Authority sollen praktische technische Empfehlungen für eine nachhaltige Bewirtschaftung der Fischbestände in Mosambik erarbeitet werden. Diese Empfehlungen sollen auch als wichtiger Punkt die Empfehlungen der lokalen Fischer berücksichtigen.
2015 wurde mit der Unterstützung der Hai-Stiftung zwei wissenschaftliche Publikationen (siehe > Publikationen) publiziert. Eine methodische Publikation analysierte die Vermessung von Walhaien mit Hilfe von Lasern. Eine zweite Studie konnte zeigen, dass sich Walhaie ganzjährig in der Region um Mafia Island (Tansania) aufhalten und nicht, wie die optischen Sichtungen nahelegen, nur saisonal. Diese wichtigen Informationen zur Verbreitung in dieser Region konnten nur mit Hilfe von akustischem Tracking der Walhaie gewonnen werden konnten.


Unterstützung 2015: 12'000 CHF
Investitionen bisher: ca. 79'800 CHF



Thermoregulation Ammenhaie

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  Seit Tausenden von Jahren sammeln sich Ammenhaie (Ginglymostoma cirratum) in den sehr warmen Gewässern der Dry Tortuga-Inseln vor Florida jeweils im Juni und Juli zur Paarung. Das Projektteam hat in den letzten 21 Jahren über hundert dieser ca. zwei bis drei Meter langen Tiere markiert und studiert. Um die Ammenhaie möglichst wenig zu stören, kamen für die Markierungen nur Kajaks und Netze zum Einsatz.
Das Projektteam arbeitet momentan an der Publikation der Daten. Für 2015 wurde keine Projektunterstützung beantragt.


Unterstützung 2015: 0 CHF
Investitionen bisher: ca. 27'000 CHF



Kurzprojekte

  Neu 2015: Photodokumentation Tubbataha Riff (Philippinen)
Das Tubbataha Riff Park (Philippinen) liegt im Korallen Dreieck und ist eines der wenigen geschützten Rückzugsgebiete für viele bedrohte Haipopulationen in Südostasien. Im Mai 2015 wurde von einem Forscherteam erstmals eine umfassende Bestandesaufnahme der Haie in diesem UNESCO Weltwerbe Naturschutzgebiet durchgeführt. Diese Untersuchungen wurden ausschlisslich mit nicht-invasiven Techniken wie automatischen Unterwasser Videoaufnahmen und direkte Beobachtungen duch die Wissenschaftler durchgeführt. Unter anderen nahm auch der Projektleiter des Walhai-Projektes der Stiftung, Dr. Simon Pierce, an dieser Studie teil. Wie schon beim Fuchshai-Projekt in Malapascua, Philippinen, 2014 dokumentiert der Profi Photograf Steve de Neef das Projekt mit Videos und Photos. Diese Dokumentation, die auch Online und in grossen nationalen und internationalen Medien veröffentlicht werden wird, soll das Bewusstsein der Öffentlichkeit für die Wichtigkeit dieses Schutzgebietes und den Haischutz fördern.

Projektleiter: Steve De Neef
Unterstützungssumme 2015: 2'300 CHF
Investitionen bisher: ca. 2'300 CHF



 

  Neu 2015: Verhalten juveniler Zitronenhaie
Joffrey Baeyaert von der Universidade do Algarve, Portugal, untersucht für seine Masterarbeit die Frage: gibt es individuelle Verhaltensmuster bei juvenilen Zitronenhaien. Wenn ja, welche Faktoren prägen diese Persönlichkeitsmerkmale und gibt es Unterschiede zwischen in Gefangenschaft und wild lebenden jungen Zitronenhaien. Wirken sich individuele Persönlichkeitsmerkmale auf die soziale Stellung aus. Diese Fragen sollen an der Bimini Biological Field Station, Bahamas, näher untersucht werden.

Projektleiter: Prof. S. Gruber / Bimini Biological Field Station, Joffrey Baeyaert
Unterstützungssumme 2015: 1'600 CHF
Investitionen bisher: ca. 1'600 CHF


 

  2015 erfolgreich abgeschlossen:
Sägehaie in Mosambik und Ostafrika
Alle Sägehaiarten befinden sich auf der Roten Liste des IUCN und sind weltweit stark bedroht. In Afrika muss angenommen werden, dass sie in grossen Teilen ihres früheren Ausbreitungsgebietes bereits ausgerottet sind. Mit diesem Projekt soll das Vorkommen von Sägehaien in Mosambik und anderen ostafrikanischen Küstenregionen erstmals detailliert aufgenommen werden um die Basisinformationen für einen effektiveren Schutz dieser letzten Sägehaie zu erhalten.
Das Projekt wurde im Dezember 2013 beantragt, bewilligt und begann im Mai 2014. Es konnte im August 2015 mit einem Schlussbericht erfolgreich abgeschlossen werden.
Bis Oktober 2014 wurden 201 strukturierte Interviews mit Fischern, Fischhändlern und Fischereiüberwachern in allen Küstenprovinzen von Mosambik geführt und dokumentiert. In den Interviews wurden sehr vereinzelt noch Fänge im Jahr 2014 erwähnt, was die Hoffnung zulässt, dass die stark bedrohten Sägehaie zumindest in zwei Küstengebieten in Mosambik noch nicht vollständig verschwunden sind. Zukünftige Schutzbemühungen sollten sich auf diese beiden Regionen konzentrieren.
Analysen von 13 Sägehai-Sägen in Museen deuten auf das Vorkommen der 2 Arten, dem Grosszahn Sägehai (Pristis pristis) und dem Grünen Sägehai (P. zijsron) in Mosambik hin.
Neben der Analyse des Vorkommens von Sägehaien konnte auch eine erfolgreiche Sensibilisierung von öffentlichen Stellen wie dem Nationalen Fischerei-Forschungsinstitut (IIP) und Nicht-Regierungsorganisationen in Mosambik für die bedrohten Sägehaie erreicht werden. Mitarbeiter des IIP erhielten eine Schulung zur Identifikation von Sägehaien.

Projektleiter: Ruth Leeney, Simon Pierce
Unterstützungssumme 2015: 8'200 CHF
Investitionen total: ca. 17'100 CHF


 

  2015 erfolgreich abgeschlossen:
Eingeborene Fischerei in Fidschi
Beobachtungen an dem sehr gut untersuchten Shark Reef an der Südküste von Viti Levu, Fidschi, zeigen, dass geschlechtsreife Bullenhaie gegen Ende jeden Jahres diese Region für Wochen bis Monate verlassen, um dann wieder zurückzukehren. Die Hypothese ist, dass sich die Haie sich zur Fortpflanzung aus der Region entfernen. Interessant ist hierbei die Frage, wo sich die Bullenhaie fortpflanzen.
Ausführliche Interviews mit lokalen Fischern im Jahr 2009 deuten darauf hin, dass junge Bullenhaie in allen grossen Flüssen in Fidschi gefunden werden können. Im Navua Fluss, dem am nächsten zum Shark Reef gelegene Fluss in Fidschi, wurden junge Bullenhaie bis 38 km stromaufwärts gefunden. Probefänge von 2010 konnten das Vorkommen von jungen Bullenhaien im Mündungsgebiet des Navua bestätigen.
Das Pilotprojekt 2014 wurde erfolgreich durchgeführt und bestätigte, dass Bullenhaie diese Region auch als Kinderstuben nutzen. Das Pilotprojekt wurde 2015 beendet.
Kerstin Glaus wird im Rahmen ihrer Dissertation an der University of the South Pacific (Fidschi) die Bullenhai-Kinderstuben in dieser Region eingehend untersuchen. Ein Antrag für die Unterstützung dieser Dissertation an die Hai-Stiftung ist Anfang 2016 geplant.

Projektleiter: Dr. Jürg Brunnscheiler, Kerstin Glaus (Universität Basel)
Unterstützungssumme 2015: 0 CHF
Investitionen total: ca. 15'700 CHF


 

Öffentlichkeitsarbeit Hai-Stiftung und Shark Info
Medien-/Öffentlichkeitsarbeit   Die Stiftung gab diverse Interviews und lieferte Expertisen und Tipps rund um das Thema Hai und Hai-Schutz.
 
Web-Server   2015 verzeichnete der Web-Server der Hai-Stiftung ca. 343'500, derjenige der Shark Foundation 341'600 Besuche. Klarer Spitzenreiter der besuchten Seiten auf beiden Servern war wiederum die Hai-Datenbank. Im Vergleich zum Vorjahr konnte ein leichter Anstieg der Besucher der deutschsprachigen und ein leichter Rückgang der Besucher der englischsprachigen Seiten registriert werden.
 

Administrativa

Finanzpolitik der Hai-Stiftung

Die Hai-Stiftung wurde am 29. August 1997 gegründet, untersteht als international tätige Stiftung der Aufsicht des Eidgenössischen Departements des Inneren / Stiftungsaufsicht, Bern, und kann steuerlich abzugsfähige Spenden entgegennehmen. Sie legt einmal jährlich der Aufsichtsbehörde ihren Jahresbericht und ihre Jahresrechnung zur Genehmigung vor.

Die Stiftung finanziert ihre gesamten Aktivitäten durch Spenden, Vorträge oder den Verkauf von Produkten wie z. B. T-Shirts oder Plüschhaien. Der Stiftungsrat arbeitet ehrenamtlich und erhält weder Sitzungsgelder noch Lohn. Die Stiftung betreibt einen «Hai-Shop» auf ihren Internet-Seiten (T-Shirts, Plüsch-Haie, Abreissblöcke, Postkarten, Hai-Patenschaften). Der Verkaufserlös fliesst direkt zurück auf das Stiftungskonto. In der Regel geht einmal jährlich ein Mailing an alle Interessierten mit Einzahlungsschein und der Bitte um eine Spende.

Der Stiftungsrat der Hai-Stiftung entscheidet in der ersten Sitzung des jeweiligen Jahres über die Verwendung des Gewinnvortrages und des aus Spenden des Vorjahres stammenden Geldes. Bis anhin wurden keine Rückstellungen gemacht, sondern die gesamten Geldmittel für laufende Projekte, Investitionen und administrative Ausgaben freigegeben. Die Buchhaltung der Stiftung wird von der Revisionsgesellschaft Revisal (Gossau) jährlich geprüft.



Revisionsbericht der Firma Revisal: > Revision 2015 (PDF, 985 kB)


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